Phantastische Literatur

Im Herbst mal John Sinclair lesen

Ein treuer und großer Fan von John Sinclair war ich nie. Trotzdem hat mich die Figur mein Leben lang irgendwie begleitet, auch wenn ich nie viel oder fast nichts von John Sinclair gelesen habe; die phantastischen Elemente waren mir immer zu willkürlich und Rellergerds ABC-Schützen-Schreibstil nicht mein Fall. Ziemlich gerne habe ich Anfang/Mtte der 80er allerdings die Hörspiele des Tonstudio Braun gehört, auch und gerade, weil die heute eher amüsant-belustigend wirkenden harmlosen Schlüpfrigkeiten mich als vorpubertären Jugendlichen noch leicht überfordert hatten. Seit ich Anfang diesen Jahres mit ziemlicher Wucht wieder Hörspiele für mich entdeckt habe, höre ich gerne und häufig die bei Lübbe Audio erscheinenden neuen (naja, gibt es auch bald 20 Jahre..) Sinclair-Hörspiele, die mir in ihrer flotten und gekonnten Machart sehr zusagen, so dass ich inzwischen zu den regelmäßigen Käufern jeder Neuerscheinung zähle. Und auch in die wiederveröffentlichten Tonstudio Braun-Folgen gerne wieder reinhöre. So habe ich beides: Den Retro-Charme der alten Hörspiele und die neuen Hörspiele, die zeigen, dass die Serie John Sinclair cool und tight sein kann.

In den nächsten Monaten werde ich sogar, deshalb schreibe ich das hier, vermehrt Sinclair lesen, denn es erscheinen einige sehr bemerkenswerte Romane. Zunächst (Ende September) zwei interessant klingende Sonderbände, einmal ein Zweiteiler namens „Oculus“ von Wolfgang Hohlbein, der Sinclair als postapokalyptisches, weltumspannendes Fresko neu erzählt. Dann ein Roman namens „Brandmal“, den Sinclair-Regular Florian Hilleberg (Pseudonym Ian Rolf Hill) mit dem bekannten medizinische Forensiker und TV-Promi Dr. Mark Benecke verfasst, und jetzt komm es, das finde ich wirklich bemerkenswert: Benecke ist 1. Co-Autor, 2. tritt im Roman selbst als Figur und Ermittlungspartner von John Sinclair auf und 3. vertont sich wohl im zum Roman erscheinenden Hörspiel auch noch selbst! Wow, was für eine Personalunion! Das hört sich sehr lässig an, das muss ich mal antesten.
Im Januar 2018 werde ich dann gespannt mal reinlesen in „John Sinclair – Dead Zone“ von Dennis Ehrhardt (kommt, warum auch immer, nicht bei Lübbe, sondern bei Fischer/TOR?!), der ja auch für die Hörspielserien verantwortlich zeichnet und als Showrunner von Dorian Hunter längst ein Grusel-Veteran ist. Dead Zone ist, nachdem Perry Rhodan und Jerry Cotton („Neo“ resp. „Reloaded“) es vorgemacht haben, der (überfällige?) Reboot der Serie. Auch hierzu werden Hörspiele erscheinen, die sich, ist ja schwer ‚in‘, in „Staffeln“ gliedern werden. Ob „Dead Zone“ der Serientitel oder nur der Titel der ersten Staffel ist, weiß ich noch nicht.

Der Serie John Sinclair scheint es nach wie vor ziemlich gut zu gehen, sonst würde das Produkt-Universum wohl nicht so expandieren: Neben der Hauptserie (mit drei laufenden Hörspielserien als Begleitung) gibt es ja auch noch drei Spin Ofs: 1. Die Nachwuchs-Serie „Sinclair Academy“ (auch als inszeniertes Hörbuch), 2. der Spin-Of um Bill und Sheilas Sohn Johnny Conolly namens „Dark Land“ (spielt in einer anderen Welt) und 3. sporadisch einzelne Romane als Mini-Reboot modernisiert nacherzählt auf Englisch, auch dazu gibt es schon ein paar englische Hörspiele.

In diesen Serien-Universum kann man also sehr tief eintauchen, wenn man möchte. Immer gemach, erstmal die erwähnten Neuheiten antesten.

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Ich lese gerade

Vorrede
Fangen wir zwei Mal mit dem Wort eigentlich an. Eigentlich sitze ich schon sehr lange an einem großen Artikel über Hörspiele, dieser wird und wird aber einfach nicht fertig. Ferner hatte ich eigentlich mehr eine Kolumne à la „Olis Kulturnotizen“ mal vor, um die Bereiche Musik, Film und Buch gleichberechtigt abbilden zu können, jetzt ist doch wieder nur ein Leseschwerpunkt daraus geworden, was vielleicht aber auch nicht so schlimm ist, da ich ja immer mal wieder auch Filmkurzkritiken schreibe und zumindest auf Facebook immer mal wieder auf interessante Musikerzeugnisse aus meinen präferierten Genres (Hip Hop, Metal, Electronica) hinweise.

Also, was lese ich im Moment?

Nach wie vor halte ich es so, dass ich diverses nebeneinander lese, was sich sehr bewährt hat, weil ich so unter dem Strich einfach mehr ‚schaffe‘, als wenn ich mich nur auf ganz wenige oder auch nur ein Buch am Tag konzentriere.

Mit viel Freude lese, höre und sehe ich mich im Moment durch den Kanon von Sherlock Homes von Sir Arthur Conan Doyle einmal von vorne bis hinten durch, was ich so vollständig und systematisch noch nie gemacht; auch wenn ich natürlich unzählige Filme, Hörspiele und andere Pastiche-Erzählungen immer mal wieder in meinem Leben genossen habe.
Im Vergleich finde ich hochinteressant, wie das Bild auf Holmes‘ Koprus durch die aktuellen Verfilmungen sich anders gestaltet, als es von Conan Doyle vermutlich gedacht war. So finde ich es bemerkenswert, dass kaum eine moderne Film- und auch andere Erzählung ohne Irène Adler auskommt, die offensichtlich die Phantasie der Autoren beflügelt und häufig als Holmes Geliebte dargestellt wird. Sicher, geschenkt, wenn ein Autor eine Figur in die Welt entlässt, hat sie jedes Recht ein Eigenleben zu entwickeln, auch wenn der Autor das so nicht vorgesehen hat. In diesem Fall Irène Adler ist das Missverhältnis aber besonders krass.
Nicht nur, dass heutzutage Irène Adler häufig als gleichberechtigte Figur neben Holmes eingeführt wird und fast immer sein Love Interest ist, was man ja gerne so machen kann, was aber nun sicherlich nicht von Conan Doyle so vorgesehen war. Denn bei ihm taucht Irène Adler gerade mal in einer einzigen Geschichte auf, auch wenn sie in dieser Geschichte eine der ganz wenigen Menschen (und dann auch noch eine Frau, was der Geschichte einer protofeministische Note gibt) ist, die Sherlock Homes sogar mal in einem geistigen Wettbewerb besiegt hat. Warum diese Figur aber sicherlich nicht so intendiert war, wie sie heute häufig eingesetzt wird, macht die Geschichte „Ein Skandal in Böhmen“ mehr als deutlich: Nicht nur, dass Irène Adler wohl kurz nach der Geschichte bereits verstorben ist, nein, sie ist insbesondere deswegen nicht als Love Interest des großen Detektives geeignet, weil sie in dieser Geschichte einen in Verkleidung sich herumtreibenden Holmes dazu nötigt, Trauzeuge auf ihrer Hochzeit zu sein, auf welcher sie offensichtlich glücklich einen anderen Mann heiratet. Tja.
Noch eine amüsante Holmes-Beobachtung: Wir alle wissen, dass man Wikipedia und co. nicht immer trauen darf. In diesem Fall darf man zwar mal der offiziellen Wikipedia trauen, aber nicht der speziellen und ansonsten eigentlich sehr guten Sherlock Homes Wiki auf Deutsch, die sich eine bemerkenswerten Lapsus leistet. In der berühmte Geschichte „Die fünf Orangenkerne“, die für Sherlock Holmes eher unbefriedigend damit endet, dass die Täter auf hoher See untergehen, folgt die Zusammenfassung in der Holmes Wiki eben nicht der Conan Doyle-Geschichte, sondern ohne dies gesondert zu kennzeichnen, der Maritim-Vertonung(!), hier:
http://de.sherlockholmes.wikia.com/wiki/Die_f%C3%BCnf_Orangenkerne:_Inhaltsangabe
Die dort beschriebene Konfrontation zwischen Holmes und den Verbrechern im Finale findet nur im Hörspiel von Maritim statt, nicht in der Original-Geschichte. Der offizielle Wikipedia Eintrag gibt die Geschichte dahingegen korrekt wieder. Warum erzähle ich das hier und passe den Wiki-Eintrag nicht einfach an? Weil ich genug Erfahrung mit solchen Wiki-Admins gemacht habe, die stumpf-blockwartmäßig einfach jeder Änderung rückgängig machen, ohne sich in der Sache damit auseinander zu setzen.
Gerne werde ich weiter in Conan Doyles Werk weiter voranschreiten, wobei ich inzwischen die Verfilmungen zeitlich abgekoppelt habe, weil ich sonst nie damit zu Potte, geschweige denn hinterher kommen würde. Im Moment mache ich es so, dass ich mir jeweils eine Original-Geschichte von Steven Fry bei Audible vorlesen lasse, und dann die jeweiligen Hörspiele der BBC, des Imagination Theater (USA), sowie 2-3 deutsche Vertonungen mir anhöre, meist eine Radiovertonung (sofern vorhanden), sowie die Hörspiele von Maritim, Titania Medien oder WinterZeit.

Ich hatte auch schon mal erzählt, dass ich mich im Moment durch sämtliche fast 180 Edgar Wallace-Bücher durchlese. Nach gut 30 Bänden mache ich jetzt einmal eine Pause – verlasse aber den Namen Wallace nicht, sondern beschäftge mich jetzt mal mit den, nennen wir sie mal apokryphen Jugendbüchern, die es mit dem Namen Wallace auf dem Cover gibt.
Was hat es damit auf sich und wie komme ich darauf?
Schuld sind die neuen Hörspiele von Winterzeit Audio, die aktuell die sechs Jugendbücher, die in den Achtzigern verfasst von Dietmar Kuegler erschienen, vertonen. Durch diese Hörspiele zur Recherche angeregt, kam ich schließlich darauf, dass es in den Achtzigern sage und schreibe vier(!) verschiedene Jugendbuch-Serien gegeben hat, die sich mit dem Namen Edgar Wallace schmückten. Dazu kam es Anfang der 80er, weil zum einen der Name Edgar Wallace durch die ganzen TV-Wiederholungen der Rialto-Serie noch sehr populär war und wohl gerade die Schutzrechte für seinen Namen abgelaufen waren. Ferner waren in den Achtzigern Jugendkrimis mit einer Detektiv-Bande à la Die Drei Fragezeichen und TKKG schwer in Mode und höchst erfolgreich, so dass es wie bei Alfred Hitchcock bei den Drei ??? auch Edgar Wallace als eine Art Patron und Mentor für Jugenddetektive fungieren in solchen Geschichten durfte, was manchmal schon sich etwas bizarr liest und anhört. Während bei den eben schon erwähnten Werken von Dietmar Kuegler, die kürzlich beim Blitz Verlag gedruckt und als EBook wieder aufgelegt wurden, und wie gesagt, gerade aktuell bei Winterzeit vertont werden, sich ein Kriminalkommissar von den Werken von Edgar Wallace inspirieren lässt für seine Lösungen, gab es auch Reihen, in denen tatsächlich Jugendliche von Edgar Wallace selbst als Mentor unterstützt wurden, der teilweise als Geisterstimme in brenzligen Situationen Warnungen aussprach (eh?! Ja, so steht es geschrieben!) So unter anderem die Reihe Edgar Wallace und der Fall..von Felix Huby & co. , die es in den Achtzigern auf acht Bände brachte, von denen damals immerhin vier von Karussell vertont worden. Diese Hörspiele wurden Anfang 2000 von Universal auf CD neu aufgelegt und von den acht Abenteuern sind immerhin drei auch wieder als EBook erhältlich, wäre die restlichen fünf gedruckt nur gebraucht zu bekommen sind.
Ferner gab es noch eine Reihe Namens „Das silberne Dreieck“, die es immerhin auf 15 Bände gebracht hat, von welchen fünf inzwischen wieder als E-Book vorliegen, sowie schließlich eine Reihe namens „Edgar Wallace jagt das Phantom“, von denen ungefähr eine Handvoll Bände erschienen. Einen Teil davon hatte ich als Jugendlicher mal in der Hand, das weiß ich. Zu diesen immerhin vier Serien könnte man, wenn man wollte, noch einige der offiziellen Maritim Hörspiele zählen, denn deren 16 Edgar Wallace-Hörspiele wurden in vier Staffeln à vier Hörspiele aufgeteilt, mit jeweils wechselnden Helden und in einer dieser Staffeln ganz bewusst Jugendliche in die Handlungen der Originalromane hinein geschrieben. Sehr gekonnt und gelungen übrigens.

Da ich im Moment große Lust auf solche Jugendkrimis habe, und auch ehrlich gesagt, weil Edgar Wallace Romane so hinter einander sich schon etwas gleichförmig lesen, werde ich mir jetzt erst mal diese Jugendkrimis zu Gemüte führen, lesen und hören.

Wer es in diesem Artikel bis hierher geschafft hat, wird jetzt vermutlich mit den Augen rollen. Sherlock Homes, Edgar Wallace, kommt noch mal irgendwas anderes als, räusper, angestaubte Krimis? Tja, diese Art Krimis haben mich halt als Jugendlicher massiv geprägt, das hält bis heute an und fasziniert mich auch bis heute.

Wenn wir schon bei guilty pleasures sind, im Moment habe ich auf zivile Krimis wenig Lust und lese lieber ein paar Military Thriller à la Tom Clancy, da ich mit Freude feststellen durfte, dass dessen letzte Werke, die er nach seinem Tod verfasste, Co-Autoren sei Dank, ziemlich gelungen sind. Einer der Co-Autoren heißt unter anderem Marc Greaney und weil mir dessen Bücher, die im Tom Clancy/Jack Ryan-Universum spielen, so gut gefallen haben, lese ich jetzt auch Solo Titel von ihm um seinen Helden Court Gentry, die zwar recht einfach gestrickte harte Action Thriller sind, aber durch ihre temporeiche Schreibe viel Spaß machen. Auch die Mitch Rapp-Romane von Vince Flynn, ebenfalls schon verstorben und durch das Wunder von Co-Autoren weiter aktiv, kann ich empfehlen, diese lesen sich äußerst kurzweilig und spannend, im Herbst kommt „American Assassin“ in die Kinos. Für Fans von Michael Moore und Edward Snowden ist das nichts, nur so als Warnung.
Wenn wir schon bei guilty pleasures sind, auch von James Patterson komme ich irgendwie nicht los, auch wenn er häufig der Prügelknabe der arrivierte Kritik ist, was bei 8-9stelligen(!!!!) Jahreseinkommen ihn wohl aber nur wenig juckt. Kürzlich warb er selbst für seinen neuen Roman mit dem Slogan, dass dies sein bestes Buch seit 20 Jahren sei, worüber sich u.a. Stephen King in einem Tweet lustig machte. Eine solche Aussage von Patterson selbst wäre eigentlich mit Vorsicht zu genießen, festzustellen ist aber, dass das gemeinte „Black Book“ tatsächlich ein ausgesprochen spannender und mitreissender Polizei-Korruptions-Thriller war, den ich hier mit Nachdruck empfehlen kann.

Von meinem kürzlichen Besuch auf dem traditionsreichen Marburg Con habe ich mir drei Bücher mitgebracht, die ich jetzt erst mal hintereinander wech lese:

Das war zum einen „Fischmund“ von Uwe Voehl und Malte S. Sembten, eine eigentlich mal als Heftroman gedachte Horror-Novelle, die dann aber nicht veröffentlicht wurde, weil sie den inhaltlichen Kriterien eines Heftromans nicht entsprach, dazu hätte es u.a. mehr Action bedurft. Nun wurde sie als extrem edles Hartcover in der Edition CL von Erik Hansch posthum aufgelegt, denn Malte S. Sembten ist ja letztes Jahr leider verstorben, so dass dieses Buch auch ein wenig so etwas ist wie sein Vermächtnis. Die Novelle fängt ausgesprochen gut und atmosphärisch an, kann dieses hohe Niveau aber nicht bis zum Ende durchhalten, weil sich trotz erzählter Fremdbeeinflussung Probleme mit der Figurenmotivation einstellen und vor allem allzu sehr auf reichlich abgenutzte Lovecraft-Motive zurückgegriffen wird. Eine schöne Erinnerung an Malte ist dieser traumhaft gestaltete bibliophile Band aber trotzdem.

Ebenfalls aus Marburg mitgebracht hatte ich mir das Bändchen „Drei-Kapellen“ (wirklich mit Bindestrich geschrieben) von Arnold Drebeck und Jörg Kleudgen, in dessen Verlag Goblin Press der handgefertigte, sehr schöne Band auch erschienen ist. Diese Novelle stellt eine Hommage an die Filme von Dario Argento dar und spinnt in angenehm und vor allem kongenialen fieberhaften Tonfall einen Mythos (natürlich, was sonst) um den Mythos der Mütter-Trilogie (Suspira, Inferno, La Terza Madre) des großen italienischen Maestros.

Ebenfalls mitgebracht hatte ich mir noch einen Fantasy-Schmöker aus dem Verlag Torsten Low, den mir auf dem Con zwei der dort anwesenden Autoren, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser, auch signiert haben. Der Band muss aber einen Moment warten, denn heute erschien der neue Roman von Michael Crichton, „Dragon Teeth“, der auf dem Cover mal wieder mit einem Saurier-Totenschädel aufwartet, aber kein Jurassic Park-Nachfolger ist, sondern eher ein Western aus der Frühzeit der Paläontologie Mitte des 19. Jahrhunderts. Als immer noch großer Fan von Michael Crichton bin ich sehr froh, dass der Autor sich nicht von seinem Tod vor knapp 10 Jahren hat abhalten lassen, immer mal wieder neue Romane zu veröffentlichen (dies ist bereits der dritte posthume Roman) und ich hoffe das sich in seiner Garage, seinem Dachboden, seinen Festplatten oder seinem Garten noch eine Menge Manuskripte auffinden lassen. Danach dann ist dieser eben erwähnte Fantasy-Schmöker namens „Herbstlande“ dran.

Damit verlassen wir für heute den Bereich der reinen Buchstaben und treten ein in das Reich der Buchstaben kombiniert mit Bildern, also Comics und Mangas.

Als Einzelband sehr empfehlen kann ich die Graphic Novel „Hieronymus Bosch“ von Marcel Ruijters, der das Leben des Hieronymus Bosch in eindrückliche Bilder fasst und auch nicht davor zurück schreckt, die schreckliche Zeit, in der er lebte, in prägnante und eindrückliche Panels zu fassen. Ein toller Band, gibt es auch als Kindle Version für Tablets.

Auch lese ich, schon aus Kostengründen, ganz gerne die als Graphic Novel zusammengefassten Sammelbände der großen US Comicverlage wie Marvel, DC und Image Comics und schließe so gerne Bildungslücken. So lese ich mich im Moment durch den Band „Wolverine – Old Man Logan“, um mich auf die Blu-Ray des Kinofilms „Logan“ vorzubereiten, der auch von einem alternativen, alten Wolverine berichtet. Grandios erzählt und gezeichnet – diese Stimmung dort! Ferner lese ich die Original „Luke Cage – Hero for Hire“ Comics von Anfang der Siebziger, als Blacksploitation ihre Blüte erlebte, um die Netflix-Serie um „Marvel’s Luke Cage“ noch einmal richtig angehen zu können, von der ich bisher nur wenige Folgen gesehen habe. Auch diese Bände machen sehr viel (rohen) Spaß. Schließlich schließe ich mal eine Origin-Bildungslücke um Peter Parker und lese die allerallerersten „Spider-Man“ Geschichten. Ja, die sind simpel gezeichnet und erzählt, machen aber durch viel Fantasie, Sprüche und Tempo enorm Laune. Ich überlege ernsthaft, hier erstmal weiter zu lesen, sind ja nur knapp 600 Bände (argh).

Bei aktuellen amerikanischen Comics kann ich im Moment insbesondere bei Superhelden die Serie „Hulk“ empfehlen, die nicht von dem traditionellen Hulk Dr. Bruce Banner handelt, sondern von She-Hulk Jennifer Walters (beruflich eine Kollegin von mir), eine in sehr ernsten Tonfall und auf hohem Niveau verfasste Serie, die eine sehr befriedigende Lektüre darstellt. Bruce Banner ist ja im Moment bei Marvel nach dem Secret War angeblich tot, bis zu seiner Rückkehr, handelt auch die aktuelle Reihe um einen männlichen Hulk, der „Totally Awesome Hulk“, nicht von Bruce Banner.

Ebenfalls Freude macht mir Moment der X-Men Relaunch, wo über diverse neue X-Men Serien mal wieder die Team-Kader durchgemischt werden und mit recht dynamischen Geschichten überzeugen. Ferner lese ich mich noch durch einige „Wonder Woman“ Origin Storys, von denen es diverse gibt, die man schon vom Namen her („Earth One“, „Year One“) kaum unterscheiden kann und mich entsprechend auf den großen Kinofilm vorzubereiten, auf welchen ich mich schon sehr freue. Früher wäre es mit obszönen Geldausgaben auf Trödelmärkten einher gegangen, heute kann man in der Comixology App völlig problemlos und für sehr wenig Geld zum Beispiel den aller ersten Wonder Woman Auftritt aus dem Dezember 1941(!) nachlesen, in welchem sie u.a. Adolf Hitler (der vom Mars beeinflusst schon mal vor Wut in einen Teppich beißt – großartig!) belauscht und bei einem Baseball-Game aushelfen muss. Kurz hintereinander, ist ja auch beides sehr wichtig.

Schließlich noch Mangas, hier lese ich im Moment zwei Serien bzw. Bände gleichzeitig. Nachdem Naoki Urasawas „20th Century Boys“ zum Besten gehörte, was ich in meinem Leben (nicht nur als Manga) gelesen habe, möchte ich auch seinen anderen Serien eine Chance geben und lese im Moment seinen älteren Hit „Monster“, eine Geschichte um einen japanischen Arzt in Deutschland der Achtziger Jahre, der einen Serienkiller jagt. Diese 18-bändige Serie erschien in den letzten Jahren in Amerika in neun großen Doppelbänden. Ich bin jetzt im zweiten Doppelband und erfreue mich wieder an den hohen Niveau und der brillanten Erzählkunst Uraswas. Ganz tolle Geschichte, echt. Lesen!

Dann habe ich mit der aktuellen Serie „One-Punch Man“ angefangen, die mich aufgrund ihrer Prämisse überzeugt: In Mangas, geht es wie in Comics allgemein ja häufig nur um das eine. Seitenweise, Seite um Seite um Seite – Kloppe und nochmals Kloppe. Diese Serie macht sich darüber lustig, indem sie einen Helden beschreibt, der mal so richtig, ja mal so ganz richtig trainiert hat und jedes Monster und jeden Gegner, egal wie groß und mächtig, mit einem einzigen Schlag umhaut, und wenn der Gegner hoch wie ein Berg ist und mit einem Schlag eine ganze Stadt plättet. Um diesen einen Schlag zu vermeiden tun Freund und Feind alles, und dies birgt sehr viel komisches Erzählpotenzial und macht viel Spaß. „One-Punch Man“ erscheint auf Deutsch bei Kazé Manga, leider nicht digital.

Soweit für heute mal, jetzt ist Schluss, ich will ja äh, nochmal was lesen heute.

Technisches Detail: Um längere Artikel verfassen und das zeitlich wuppen zu können habe ich mir angewöhnt, diese zu diktieren; geht recht gut, auch wenn es der Überarbeitung bedarf.

Gelesen: ‚Teufelsgold‘ von Andreas Eschbach

Teufelsgold: ThrillerTeufelsgold: Thriller by Andreas Eschbach
My rating: 5 of 5 stars

Es gilt nach wie vor: Bei Andreas Eschbach gibt es die Kategorien knapp/voll daneben oder Volltreffer/Großtat. „Teufelsgold“ zählt definitiv mal wieder zu letzterer Kategorie und reiht sich ein bei seinen vorzüglichen Romane wie „Das Jesus Video“, „Eine Billion Dollar“, „Ausgebrannt“ und „Herr aller Dinge“. Nach zwei eher mäßigen Romanen („Todesengel“, Der Jesus Deal“) läuft der Autor nun wieder zu Hochform auf in dieser Geschichte eines selbstständigen Seminarveranstalters, der seine Teilnehmer zum Reichtum an der Börse zu führen verspricht und seine Seminare mit leicht esoterisch-alchemistischen Überbau würzt. Eschbach verschränkt die Geschichte eines lebenshungrigen, gierigen Familienvaters, der sein Leben auf Blendwerk und Betrug aufbaut mit einer Fantasy-Geschichte aus dem Mittelalter um berühmte Alchemisten und den Stein der Weisen, der Unsterblichkeit verheißt. Ob letzteres nur in der Einbildung stattfindet oder ein phantastisches Element des Romans darstellt, löst der Autor sehr klar auf (in einem fulminanten Twist!), trotzdem ist das Buch natürlich auch als Metapher zu lesen.

Dabei kreuzt der Autor sehr geschickt die realistische Welt von Seminarräumen mit einer Abenteuer- und Queste-Geschichte. Aufgrund hervorragender Figurenzeichnung und dichter Atmosphäre kann man einmal mehr einen Eschbach praktisch nicht aus der Hand legen, fesselnder Page-Turner ist fast noch untertrieben.

Ferner merkt man deutlich eine Reifung des Autors: „Teufelsgold“ will nicht nur unterhalten, sondern stellt auch eine schneidend scharfe Kritik an (Lebens-)Gier dar, wobei es dem Autor vortrefflich gelingt, seine Moritat ohne erhobenen Zeigefinger auskommen zu lassen, während dem (Anti-)Helden sein Leben entgleitet und er zu immer drastischeren Maßnahmen greifen muss um die Reste davon zu retten. Wobei es für interessant ist, dass die Hauptfigur Hendrik Busske, dem die Leserschaft auf der Schulter sitzt, von Seite zu Seite unsympathischer wird, aus der zunehmenden Distanz wird viel Spannung gewonnen.

Wie häufig bei Eschbach ist gerade das Ende vorzüglich geraten: Sehr berührend, befriedigend, rund. „Teufelsgold“ ist ein hervorragend konzipierter, erzählter und durchdachter Roman.

Höchstwertung? Selbstredend.

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Gelesen: Die Krone der Sterne

Die Krone der SterneDie Krone der Sterne by Kai Meyer
My rating: 5 of 5 stars

Das ist natürlich Absicht: Wenn einer der bekanntesten deutschen Fantasy- und Jugendbuchautoren wie Kai Meyer seinen allererste Space Opera vorlegt und den Roman gleich vorne Leigh Brackett und Edmond Hamilton widmet, steckt dahinter wohl weniger Ehrerbietung und mehr ein klares Signal an die häufig gestrengen Genre-Fans, dass sie gar nicht erst versuchen sollen, hier mehr zu erwarten als eine Rückbesinnung auf die Pulp-Ära des Genres von so ca. 1925-1955 (puh, langer erster Satz). Und mehr ist „Die Krone der Sterne“ auch tatsächlich nicht, trotzdem ist das SF-Debüt von Kai Meyer spektakulär gelungen. Das aufgelegte Programm, ein durchgetretenes Gaspedal von der ersten bis zur letzten Seite durchzuhalten, funktioniert tatsächlich: Obwohl sich eine Action-Szene an die andere reiht, kommt kein Leerlauf auf – und wenn dieses dann doch drohen könnte, ist der Roman auch schon zu Ende. Zum Gelingen trägt die hervorragende Figurenzeichnung bei, die die (Klischee-) Figuren mit Leben füllt und die Leser gerne an ihren Abenteuern teilnehmen lässt, sowie der geschickte und phantasiereiche Weltenbau nebenbei, der ganz streng sich der Handlung unterzuordnen hat und nicht, wie es z.B. beim großen Bruder Perry Rhodan ist, wo es aus Umfanggründen sich exakt umgekehrt verhält. Gerade in der SF werden häufig Innovationswunder gefordert und verlangt. Dies ist hier nicht der Fall, trotzdem wird es sicher auch verwöhnten und sich schnell langweilenden Lesern so gehen wie dem Verfasser dieser Zeilen: Ich habe von vorne bis hinten jede einzelne der 460 großzügig gesetzten Seiten genossen. Bei den beiden angekündigten Fortsetzungen bin ich definitiv an Bord. Tipp: So sehr ich Ebooks liebe und praktisch finde, aufgrund der wunderschönen Gestaltung sei dringend der käufliche Erwerb der gedruckten Ausgabe anempfohlen.

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Blind Guardian singen für Markus Heitz

Die höchsten Weihen, die mal als Fantasy-Autor erreichen kann? Bestseller? Preise? Glühende Fans? Verfilmung von Peter Jackson?
Nein, da gibt es noch was.
Wenn Dein Roman als Computerspiel adaptiert wird UND, und das ist bisher einmalig in der Welt, niemand geringeres als Blind Guardian zu dem Soundtrack einen Song beisteuert – mehr Weihen und mehr Coolness ist schwerlich vorstellbar.
Blind Guardian, die nur noch höchst selten ein neues Album raushauen und sowieso eigentlich alles allen bewiesen und nichts mehr nötig haben. So geschehen bei dem Spiel zu den „Zwergen“ von Markus Heitz. Da ist es dann fast egal, ob der Blind Guardian-Song auch was taugt. Aber, ganz ehrlich? Ich finde den Song toll, da hat es bei mir schon beim ersten Durchhören klick gemacht. Eine der sogar definitiv guten Hymnen in der wahrlich majestätischen Discografie der Band. Chapeau, der Killer-Refrain von Hansi Kürsch wird mich die nächsten Wochen sicher häufiger begleiten.
Nur eine Misslichkeit gilt es noch zu beseitigen: Ich hoffe, es ist schlicht Tranigkeit von THQNordic und nicht falsch verstandene Exklusivität, dass der Soundtrack noch nicht separat veröffentlicht wurde. Bei GOG.com und Steam kann man den nur zusammen mit dem Spiel runterladen, auf Amazon Music oder iTunes gibt es den noch gar nicht.
Ruhig mal reinhören! Ich fand den Song gestern kurz vor dem Einschlafen und konnte dann prompt dieses erstmal nicht, weil ich mich so darüber gefreut habe. Kein Witz.

Ganz herzlichen Glückwunsch an Black Gate!

Blogs gibt es wie Sand am Meer. Hier, das OliBlog, ist auch so ein Sandkorn.

Nur wenige Blogs ragen richtig heraus, im Phantastik-Bereich ist eines davon definitiv das Blog (mehr eine große Homepage) Black Gate, das immer wieder mit wahnsinnig interessanten Inhalten aufwarten kann.

Am Wochenende gewann John O’Neill, der Herausgeber des Black Gate Blogs, und sein Team, den World Fantasy Award für seine Arbeit.

Ganz herzlichen Glückwunsch von einem, ich will jetzt gar nicht Kollegen sagen, sondern, von einem begeisterten Black Gate Leser, der die Seite täglich ansteuert. Und es gibt nicht viele Internet-Seiten, die ich täglich besuche.

Schöner Zirkelschluss, ich verlinke am Ende zu der Black Gate-Meldung auf Black Gate mit dem dringenden Ratschlag an meine Leser: Bookmarken!

https://www.blackgate.com/2016/10/30/black-gate-wins-world-fantasy-award/

Lesesplitter

Ungeordnete Schlaglichter aus meinen Leseerlebnissen. Bitte einfach herauspicken, was einen interessiert..

Während ich bei „Perry Rhodan“ der Erstauflage gerne folge, bekomme ich bei den Miniserien „Arkon“ (hänge da hinterher) und „Jupiter“ (da bin ich auf dem Laufenden, noch) langsam Probleme. Ich konnte bei Rhodan noch nie leiden, dass ich zu jedem Volk, auf das die Helden treffen, deren Hintergrundgeschichte präsentiert bekomme. Das interessiert mich meist überhaupt nicht, hilft zur Streckung der Romane und Zyklen aber natürlich enorm. Weiß nicht, ob ich Arkon und Jupiter noch weiter lese. Und in der Erstauflage erfuhr Gucky im aktuellen Roman die Hintergrundgeschichte von…argh.

Bleiben wir kurz bei deutschen Space Operas, insbesondere bei Klassikern. Bei „Ren Dhark“ verfolge ich die aktuelle Handlung der sieben Mal im Jahr erscheinenden Buchserie „Ren Dhark – Weg ins Weltall“, die ganz bewusst gegen die großen kosmischen Zusammenhänge bei „Perry Rhodan“ konzeptioniert sind und sehr bodenständige Agentenabenteuer erzählt – allerdings so, wie man das vor Jahrzehnten erzählt hat, was einerseits zu der Serie passt, aber nicht so richtig in das Jahr 2016. Die Bodenständigkeit ist eigentlich nett – könnte aber irgendwann mal auf den Geist gehen.

Zu schade, dass die „Rex Corda“-Bücher bei Heinz Mohlberg so schön aufgemacht sind. SF, vor welcher der Deutschlehrer immer gewarnt hat? Das ist Rex Corda. Wirklich grottig-scheußliche Sprache und absurde Handlung? Das ist Rex Corda – und noch schlimmer als das.

Auch wenn sie wunderschön editiert ist, aufgegeben habe ich die weitere Lektüre von „Sun Koh“, der Heftserie von Paul Alfred Müller aus den 1930ern. Das ist schlicht und einfach alles zu simpel gestrickt und verfügt auch nicht über den spritzigen Einfallsreichtum, um da dran zu bleiben. Hier ne Gefangennahme, da ne Schlägerei. Würde man ja alles hinnehmen, wenn die Figuren besser und die Handlung verschrobener wäre, aber irgendwann beschleicht einen das furchtbare Gefühl: Da kommt nix mehr, was sich noch lohnt..

Dirk van den Boom hasst es, wenn ich ihm immer erzähle, dass ich in seinen Roman sich mit den Namen seiner Figuren und Alien-Rassen verheddere. Da ich seinen ersten Skiir-Roman für eine andere Dirk-Lektüre unterbrechen „musste“, habe ich jetzt aber wieder exakt dieses Problem. Wer war diese Alienrasse und jene Figur nochmal? Um es mal ketzerisch zu sagen: Über einiges kann man auch einfach drüberlesen..

2-3 Jahre währte die Abwesenheit, nun bin ich Ein-Mann-Imperium James Patterson wieder verfallen. Im Moment lese ich seinen neuesten Nr.1-Bestseller „Woman of God“ um eine Ärztin in Afrika, die später in der Hierarchie einer Abspaltung der katholischen Kirche rasant aufsteigt. Das erste Drittel war ziemlich toll und schilderte mit großer Intensität ein Lazarett in Südsudan, seitdem ist der Roman leider reichlich unglaubwürdig und sprunghaft geworden. Schade.

In zwei Wochen veröffentlicht Patterson als so genannten Bookshot (günstige EBook-Novellen) den Krimi „Taking the Titanic“ und schildert einen Krimi auf dem untergehenden Schiff. Moment, ach ja. Kürzlich hatte ich ja über Bernward Schneider hier erzählt und die vielen Gemeinsamkeiten, wie wir haben (vorliebe für Karl May, Kolportage etc.). Schneider hat ebenfalls einen Krimi veröffentlicht, der auf der Titanic spielt, deshalb habe ich jetzt „Todeseis“ angefangen, der sich am Anfang fast wie in Edgar Wallace-Roman (mit etwas mehr Sex) liest..

Immer noch unmöglich und unfair finde ich, wie früh Michael Crichton von uns gegangen ist, was habe ich praktisch jeden seiner Romane geliebt. Jetzt bin ich an seinem teilweise posthum veröffentlichen letzten Roman „Micro“ dran, der von Richard Preston (ja, Bruder von Dogulas) vollendet wurde. Ich habe von Crichton und Preston (Richard zumindest) alles gelesen, kann aber trotzdem nicht sagen, wer was verfasst hat. Liest sich gut an, schön so Crichtons Werk noch etwas verlängern zu können. Und dann hat Crichtons Witwe in der Garage gerade noch ein Manuskript gefunden (kein Witz, kommt nächstes Jahr..).

Nach drei Jahren Pause habe ich zurück zu Stephen King gefunden. Ich musste mich erstmal an „Doctor Sleep“ herantrauen, der teilweise seine Alkoholkrankheit verarbeitet. Harter Tobak, aber toll geschrieben. Erwähnte ich harter Tobak?

Nach gut zehn Jahren Pause und zwei gescheiterten Versuchen habe ich auch zurück zu Dean Koontz gefunden. Seinen spezifischen Stil, wie er Figuren beschreibt und Stimmungen einfängt und seine häufig ins blumig-schwärmerische abgleitende Prosa muss man mögen, Millionen tun das und ich früher auch, ich habe in den 1990ern und Anfang 2000 seine Romane geradezu verschlungen. Dann konnte ich das eine zeitlang nicht mehr ab. Jetzt lese ich das wieder mit großer Freude und lese die beiden Novellen „Last Light“ und „Final Hour“, die in seinen großen (zumindest: langen) aktuellen Roman „Ashley Bell“ münden. Dean, ich bin wieder da! Sorry für die lange Trennungszeit. Brauchte die einfach mal.

Zwei Fantasy-Epen lese ich im Moment, die werden mich sicher noch einige Monate beschäftigen, weil beide recht lang sind: Beide enthalten das Wort King im Titel, wobei das Zufall ist. Einmal „The Seer King“ von Chris Bunch und „The Grace of Kings“ von Ken Liu.

„The Seer King“ des bereits verstorbenen Chris Bunch ist der Auftakt einer Military-Fantasy Trilogie und ziemlich gut geschrieben mit intensiven Schlacht- und vielen Sexszenen. Im wahrsten Sinne des Wortes Vollblut-Fantasy. Ich muss gestehen: Gerne mehr davon. Hat noch jemand Tipps für diese Art von Fantasy, bitte..?
Kurzgeschichten-Preiseeinheimser und chinesische SF-Übersetzer Ken Liu hat sich ebenfalls an ein großes Fantasy-Epos gewagt und ich habe „The Grace of Kings“ erstmal mit spitzen Fingern angefasst, weil ich fürchtete, dass der Zugang alles andere als einfach sein würde. Mitnichten, ein Glück! Packende Figuren, glasklare Gedankenführung, guter Stil, viel Einfallsreichtum, aber auch Härte. Tolle epische Fantasy! Macht sehr viel Freude. Das gibt mir Mut, erstmal weiter zu lesen, auch wenn ich mir da was vorgenommen habe: Schon Band 1 ist über 600 Seiten lang, der gerade veröffentlichte zweite Teil „The Wall of Storms“ ist bereits ein furchteinflößender fast-900-Seiten-Findling..

Wie jeden Herbst nehme ich mir auch dieses Jahr wieder ein Buch von Thomas Mann vor, dieses Jahr „Doktor Faustus“, auf das ich wegen des Themas sowieso Lust hatte: Komponist geht faustischen Pakt ein und hat Jahrzehnte Riesenerfolg, der Preis: Seine Seele.. Auf den ersten 50 Seiten entschuldigt sich der Autor mehrfach dafür, dass sich das alles so langwierig und lahm liest. Was denn? Finde ich gar nicht, bisher finde ich es sehr gut zu lesen. Sorge macht mir eher, dass der Roman viele und heftige Ausflüge in die trockene Musiktheorie unternehmen soll, was mir so gar nicht liegt, mal sehen, wie ich damit zurecht komme, wenn ich da hin komme.

Erst kürzlich stieß ich auf den Zeitgenossen und großen Konkurrenten von Karl May namens Robert Kraft und lese jede Woche in zwei seiner mäandernde Riesen-Epen weiter: In sein Spätwerk „Loke Klingsor“, das deutlich den spiritistischen Geist der 1920er atmet und mich mit zig verschrobenen Ideen auf jeder Seite blendend unterhält. Und „Detektiv Nobody“, sein Krimi-Epos aus der Zeit von 1905. Auch dieses wirft eine ganze Fülle von Ideen auf den Leser und überzeugt durch rasantes Tempo und ständige Schauplatzwechsel, manchmal würde man sich hier aber schon ein paar Kürzungen wünschen. Loke Klingsor erscheint bei Dieter von Reeken in einer wunderbaren HC-Ausgabe, für Deketiv Nobody empfehle ich die Ausgabe (TB oder EBook) aus dem Verlag von Bernward Schneider (siehe oben) namens Benu Verlag.

A propos Karl May. Immer noch lese ich begeistert jede Woche an seinem 2.700-Mammut-Kolportage-Epos „Waldröschen oder die Rächerjagd rund um die Erde“ weiter. Dies ist im besten Sinne des Wortes Karl May pur – und ein Riesenspaß mit herrlichen Dialogen, Ideen und Figuren. Und Ecken und Kanten, die man heute nicht mehr so schreibt: Wenn der Held sich an eine dreißigköpfige Räuberbande anschleicht und belauscht, dass diese Ungutes im Schulde führen – richtet er sich auf, schreit einen Kampfruf (zur Fairness, natürlich..) und schießt dann alle 30 Räuber über den Haufen. So muss das..

Bisher hält sich leider bei dem ersten Band des neuen Projekt des Karl May Verlages, der brandneuen Abenteuer aus Karl Mays Magischer Orient (also Karl May plus etwas Fantasy) namens „Im Bann des Mächtigen“ meine Freunde in Grenzen. Wer Karl May schreibt, muss nicht wie Karl May schreiben, aber sich zumindest mal ansehen, wieso der Mayster so erfolgreich war. Das lag sicher unter anderem an seinem atemberaubenden Erzähltempo, ewige Beschreibungen und Monologe von Kara Ben Nemsi will man da nicht lesen. Dann wurden offensichtlich mit Schielen auf die Zielgruppe zwei neue Jugendlichte Helden eingeführt, die aber etwas blass rüberkommen, weil der Roman nur aus der Sicht von Kara Ben Nemsi geschrieben ist – aber trotzdem diesem häufiger aus der Patsche helfen muss. Der große Proto-Superheld Kara Ben Nemsi braucht ständig Hilfe? Und trotzdem wird das alles aus seiner Sicht erzählt? Das ist konzeptionell sicherlich nicht ideal gelöst. So lesen sich die neuen Abenteuer von Karl Mays Alter Ego, Hadschi Halef Omar, Lord David Lindsay und zwei Jugendlichen leider etwas banal und langatmig bisher.  Bin jetzt bei der Hälfte des ersten von bisher geplanten vier Bänden, hoffentlich steigert sich der Band noch.

Gelesen: Crosstalk von Connie Willis

CrosstalkCrosstalk by Connie Willis
My rating: 4 of 5 stars

Kann man die Mechanismen einer Screwball-Comedy auf über 500 langen Seiten tatsächlich aufrecht erhalten? Ja, man kann. Nein, man kann nicht.

Briddey und Trent sind das Traumpaar in einer modernen Kommunikationsfirma, ein Mitbewerber von dem Unternehmen mit dem weißen Apfel auf ihren Geräten. Briddey und Trent wollen eine neue OP-Methode namens EED ausprobieren, die Paaren angeblich die Möglichkeit bietet, dass man die Gefühle des anderen Spüren kann. Alle warnen Briddey davor, die OP findet trotzdem statt. Mit ungeahnten Folgen. Plötzlich kann Briddey zwar nicht ihren Boy-Friend, aber die Gedanken aller anderen hören – auch die von dem einsiedlerischen Nerd C.B., der es sich zur Aufgabe macht, ihr zu helfen..

Ja. Screwball-Comedys leben von eindimensionalen, schrillen Figuren, auf deren Rücken man immer den gleichen Witz immer wieder erzählen kann. So macht Connie Willis das auch hier, Briddeys Familie ist hochgradig nervig – aber auch schreiend komisch. Tante Oona nervt alle mit ihrer Überbetonung ihrer irischen Wurzeln, Briddeys eine Schwester nervt mit ständigen Liebesnöten, die andere Schwester ist die schlimmsteHelicopter-Mutter diesseits der Hölle und quält ihre Tochter Maeve, eine aufgeweckte Neunjährige, die heimlich Zombie-Filme guckt.
Das klingt jetzt alles nicht so herausragend, ist aber von soghaften Tempo und tatsächlich über hunderte Seiten schreiend, wirklich schreiend komisch und extrem unterhaltsam.

Nein. Zum Finale muss die Autoren dann doch mal dieKarten auf denTisch legen und die angelegten Konflikte eher in Thriller-Mainer auflösen. Hier ist das Buch am schwächsten, denn hier verheddert sich Connie Willis in ihren eigenen, ziemlich komplizierten Telepathie-Regeln und wie man sich gegen fremde Gedanken(leser) schützt und zum anderen rächt sich nun die eindimensionale Anlage der Figuren, die teilweise wie auf Schienen schreiend unglaubwürdig handeln und damit die Glaubwürdigkeit des Romans torpedieren.

Trotzdem ein sehr lesenswerter Roman für diesen Herbst, der eine Menge zu sagen hat über unsere heutige Kommunikation mit ihrer hysterischen Dauer-Erreichbarkeit. Das eher schwache Finale hinterlässt einen schalen Nachgeschmack, man vergisst aber trotzdem nicht, wie blenend einen die Autoren vorher auf hunderten Seiten unterhalten hat.

Crosstalk würde ich in diesem Leben nicht nochmal lesen wollen. Gerne gelesen habe ich ihn auf jeden Fall.

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Karl Mays Magischer Orient

Darauf habe ich mich in diesem Lektüre-Herbst mit am meisten gefreut: Die neue Reihe „Karl Mays Magischer Orient“ aus dem Karl May Verlag. Basierend auf der in der Tat bestechenden Idee, dass, Karl May, würde er heute leben, vermutlich tatsächlich Fantasy-Elemente in seine Romane einbauen würde.

Dies ist keinesfalls einfach nur ein verzweifelter Aktualisierungsversuch um dem Mayster neue und jüngere Leserschichten zu erschließen, nein, wie Leser und Fans seiner Werke wissen: Der von Karl May ersonnene und beschriebene Orient war schon immer mehr ein verträumter Abenteuer-Sehnsuchtsort, denn präzise beschriebenes Zeitkolorit.

Niemanden hätten wohl phantastische Elemente in Mays Werken gewundert, die wohl nur deshalb damals nicht Eingang in seine Geschichten fanden, weil in diesem Genre als Massenunterhaltung nur wenige Zeitgenossen Mays reüssierten, wie z.B. H.R. Haggard und Jules Verne. Wobei selbstverständlich sowieso niemand widersprechen kann, dass das schönste an Mays Werken, die genialistische Verschränkung von Ich-Erzähler, Autor und Identifikationsfigur alle Züge eines (Proto-)Superhelden trägt, der schlicht alles weiß und kann, mithin ein phantastisches Element durchaus vorhanden ist, das in der Figur Kara Ben Nemsi/Old Shatterhand Bären eigenhändig besiegt, 1.000 Sprachen spricht und jeden Ort der Welt bereits bereist hat und wie seine Westentasche kennt.

Während weitere Fortsetzungs-Geschichten von Helden, die den Schutzschirm des Urheberechts aus Zeitgründen verlassen mussten, manchmal Legion sind (man denke nur an die unüberschaubar große Menge an Sherlock Holmes-Geschichten), sind inoffizielle Fortsetzungen mit unseren LIeblingshelden Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar eher selten.  Da fallen neben den schon Jahrzehnte alten inoffiziellen Fortsetzungen von „Im Reich des Silbernen Löwen“ von Otto Eicke und Heinz Gill und vor ein paar Jahren „Hadschi Halef Omar“ von Jörg Weigand nur einige Kleinverlagsprojekte ein – wie aktuell zwei neue Abenteuerreihen aus dem Blitz-Verlag um Kara Ben Nemsi (sieben Bände bisher angekündigt) und Old Shatterhand (Band 1 erscheint dieser Tage).

Heute, am 4. Oktober, erschienen gleich drei neue Bücher im Karl May Verlag: Die von Alexander Röder verfassten Romane „Im Banne des Mächtigen“ und „Der Fluch des Skipetaren“ als Band 1 und 2 von „Karl Mays Magischer Orient“, sowie eine Anthologie mit magischen Karl May Kurzgeschichten, herausgegeben von Thomas Le Blanc, dieser Band heißt „Auf phantastischen Pfaden“.

Mit Vorfreude und Feuereifer habe ich heute Morgen gleich mit „Im Banne des Mächtigen“ angefangen und bin recht zufrieden. Röder beherrscht die May’sche Nomenklatur von Bakschisch bis Sidhi, die Atmosphäre stimmt auch, einziger Unterschied zum Mayster bisher: Röder beschreibt und sinniert viel mehr, was zu deutlich längeren Absätzen führt, wo May lieber mit kurzweiligen Dialogen und viel veräußerlichter Handlung aufs Gaspedal drückte. Das muss aber nicht schlecht sein. Zaghaft merkt man bereits, dass Röder viel Wert auf intertextuelle Verweise legt, sowohl zu Mays Werk selbst, als auch zu anderen Autoren, Helden und Figuren. Das könnte viel Freude machen. Wie sich phantastische Elemente um Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar herum lesen, kann ich noch nicht sagen, am Anfang des Romans wird zunächst nur ein Dieb über den Basar von Basra verfolgt.

Ich freue mich auf die drei Bände, und werde diesen Herbst auch den beiden o.g. Blitz-Reihen eine Chance geben.

Sauertöpfe könnten jetzt einwenden, dass bei allen Problemen im „Nahen Osten“ (Krieg in Syrien, Daesh etc.) solch eskapistische Romane mit ihren klischeehaften Figuren nicht angezeigt seien. Diejenigen verkennen aber völlig, mit welcher großen Liebe und Zuneigung Karl May den Orient und die Menschen dort beschrieben hat, vom Taschendieb bis zum Edelmann, vom abgefeimten Mörder bis zum Prinzen. Dieser Tradition wird Alexander Röder sicher auch verpflichtet sein; so geht Völkerverständigung, Karl Mays Liebe für diese Gegend (die er nie bereist hat) und die Menschen dort ist ansteckend.

Die offizielle Seite der Reihe:

Erlebe magische Abenteuer

Ein sehr gelungener Artikel beim Zauberspiegel:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/phantastisches/gedrucktes-mainmenu-147/29291-kara-ben-nemsi-ist-wieder-unterwegs-karl-mays-magischer-orient

Zum Karl May Verlag:
http://www.karl-may.de/

Zum Blitz Verlag:
https://www.blitz-verlag.de/

Ich lese gerade 

Einfach mal schlaglichtartig, was mich lektüretechnisch im Moment bewegt.

Mit großem Vergnügen lese ich den neuen Roman „Crosstalk“ von Connie Willis, eine Darstellung eines modernen Kommunikationsunternehmens und insbesondere eine Studie über unsere heutige ständige Erreichbarkeit durch alle möglichen Geräte. Der Roman ist gestaltet als Comedy of Manners, die handelnden Personen sind also bewusst eindimensional gehalten und Willis zieht bei jeder Figur den eigentlich immer gleichen Gag dutzende von Malen durch. Das klingt weniger attraktiv als es ist, denn es ist eigentlich ziemlich großartig. Willis ist eine Meisterin des komödiantischen Timings und der Variation, das Vergnügen ist immens, sie dabei zu beobachten, wie sie den gleichen Gag auch in der 50. Variation noch so erzählt, dass man schmunzeln oder sogar lachen muss. Worum geht es? Die Heldin Briddey und ihr ständig beschäftigter Boy-Friend Trent unterziehen sich einer OP, nach welcher sie die Gefühle des anderen jeweils spüren müssten. Sollten. Wenn das denn richtig funktionieren würde, was es aber nicht tut. Stattdessen bekommt die Heldin telepathischen Kontakt zu einem nerdigen Arbeitskollegen und Handy-Designer, während ihre beiden Schwestern sie mit dutzenden Anrufen und Nachrichten pro Stunde bombardieren, weil die eine ständig Liebesnöte mit Männern hat und die andere als Helicopter-Mutter ihre neunjähige Tochter in den Wahnsinn treibt. Zumindest ich könnte mich über Dialoge wie „SIE HAT SICH EINGESPERRT! SIE GUCKT JETZT SICHER SNUFF-FILME AUF IHREM ZIMMER!!“ „Kathy, deine Tochter ist neun Jahre alt und ihr Lieblingsfilm ist „Frozen“, sie guckt keine Snuff-Filme“ jedes mal ausschütten vor lachen.. Dabei zieht Connie Willis in dem recht langen Roman (fast 500 Seiten) konsequent von Seite zu Seite die Hysterie-Schraube an, ich habe jetzt ein Drittel gelesen und keine Ahnung, was für ein Feuerwerk die Autorin noch abzubrennen gedenkt. Toll. 

Angefangen habe ich auch mit „Superhelden. 100 Seiten“ aus der entsprechend betitelten Reclam-Serie. Ausgerechnet (oder auch nicht) Dietmar Dath lässt sich zu dem Thema aus, und, jetzt muss ich mal Eulen nach Athen tragen: Er macht das unfassbar belesen, kenntnisreich und eloquent. Was auch sonst bei Dath? Großes Tennis, Lesen! 

Dann möchte ich noch ein Wort zu einem sehr alten Phantastik-Roman verlieren. Mit großem Vergnügen lese ich im Moment „Reise nach Polstadt“ von Friedrich Wilhelm Mader, bereits 1911 erschienen und sichtlich in der Tradition von Jules Verne, Karl May und Henry Rider Haggard stehend. Klar, wir wissen heute mehr, sind aufgeklärter und halten uns für cooler, dafür ist uns aber etwas der naive Charme dieser phantastischen Proto-Erzählungen verloren gegangen. So erzählt Mader in dem Roman von einer Erfindung, die von der Idee her so charmant ist, dass ich den Autor am liebsten umarmen möchte, wenn er noch leben würde: Ein Paläoskop. Ein Gerät, mit welchem man in die Vergangenheit schauen kann. Wie? Wir alle wissen ja, dass das Licht ferner Sterne schon einen weiten Weg hinter sich hat und deshalb eigentlich Dinge aus der Vergangenheit abbildet. Wie kann man das nun nutzen, um sich die Vergangenheit auf der Erde anzusehen? Nichts einfach als das, wie der große Erfinder dieses Romans uns erzählt: Man baut einfach ein extrem leistungsfähiges Weltraumteleskop, und da Lichtwellen ja immer und unendlich wandern, muss man sich einfach nur zu Nutze machen, dass auf sehr vielen Planeten große Flächen, insbesondere Meeresflächen existieren, die das Licht reflektieren. Jetzt muss man sich nur noch einen Planeten aussuchen, der exakt so weit entfernt liegt (kein Problem – bei der Riesenauswahl im All!), dass die Entfernung des zurück gelegten Weges des Lichtes für Hin- und Rückweg zu der Zeit passt, die man in der Vergangenheit der Erde sich betrachten möchte – und fertig. Natürlich muss man dieses Teleskop mit Rädchen versehen, die eine Feinjustierung des Blinkwinkels im unzähligen Bruchteil eines Millimeters ermöglichen – und fertig. Na, hat das Charme oder nicht? Im Synergen-Verlag sind vier Bände von Friedrich Wilhelm Mader Anfang September erschienen, zum 100. Todestag des Autors. Sehr liebevoll editiert – unbedingt mal ansehen! Hier geht es zur Mader-Seite des Verlages: 

http://www.synergenverlag.de/fr-wilhelm-mader.html