Monat: Mai 2017

Vier Filmkritiken

Ong Bak
Prachya Pinkaew, Thailand 2003, 104 Min (DVD PAL)
Endlich mal eine Bildungslücke geschlossen und den großen Durchbruch von Thai-Superstar Tony Jaa gesehen. Wow, schwer beeindruckt. In den fulminanten Stunts ist Tony Jaa dem Altmeister Jackie Chan durchaus ebenbürtig (der ihn auch prompt engagierte) und in den Kampfszenen von einer Eleganz und Durchschlagkraft, dass es nur so eine Freude ist. Grandioser Martial Arts-Film. Grandios. Jetzt schnell mal alle Tony Jaa-Filme nachholen. Sind ja noch nicht so viele. 9/10 Pukte.

The Demon Hunter
(Don’t Kill It), Mike Mendez, Kanada 2016, 89 Minuten
Man nehme die Prämisse des 80er-Klassikers „The Hidden“ von Jack Shoulder (Dämon (damals Alien) läuft Amok und muss ständig den Wirt wechseln) und füge Dolph Lundgren hinzu. Dolph passt perfekt in diese so lässig wie lustig angelegte Rolle, der Film weist ein hohes Tempo auf und die diversen, harten, manchmal albtraumhaften Amok-Szenen würzen Splatter und Humor zu einem enorm unterhaltsamen Film, von dem man sich nicht eine, sondern gleich mehrere Fortsetzungen wünscht – für die Rolle wurde Dolph Lundgren geboren. Sicher als Festival-Liebling gedacht, funktioniert aber auch zu Hause! 8/10 Punkte.

From Vegas To Macau III
Andrew Lau/Wong Jing, China 2016, 112 Minuten
Die moderne Wiederauflage der legendären God of Gamblers-Reihe aus den 90ern fährt mit diesem dritten Teil definitiv gegen die Wand. Waren die beiden Vorgänger noch sehr unterhaltsam, kann dieser Film nur noch damit überzeugen, dass er gespickt mit Stars ist. Karten gespielt wird wenig, ansonsten reagieren vor allem schlecht inszenierter Gigantismus und quälend-alberner Humor. Und der arme Chow Yun-Fat muss ausgerechnet gegen Psy(!) ein Kartenspiel bestreiten. 3/10 Punkte.

Kabali
Pa. Ranjith, Indien 2016, 143 Minuten
Neues Gangsterdrama mit dem tamilischen Superstar Super Star (ja, das ist sein Vorname) Rajinikanth. Man kann alles mal ausprobieren, aber ausgerechnet Rajinikanth nahe zu legen, auf seine üblichen Manierismen zu verzichten und möglichst „normal“ zu spielen, das war keine so tolle Idee. Sein Publikum kommt um seine Manierismen zu sehen, die will es sehen, ich auch. So verbleibt nur ein durchschnittlicher Gangster-Film, wie sie Ram Gopal Varma regelmäßig raushaut, mit deutlichen Scarface-Anleihen, insbesondere in dem immerhin recht wuchtigen und düsteren Finale. Eher mäßig, Rajinikanths Name sorgte aber immerhin dafür, dass Kabali kommerziell einer der größten Kollywood-Hits aller Zeiten wurde. 6/10 Punkte.