Gesehen

 

Gesehen habe ich die letzten Tage zwei Filme, und kann von drei Serien-Eindrücken berichten.

Nach vielen guten Kritiken und dem erneut großen Erfolg von „The Conjuring 2“ hatte ich von James Wans neuem Werk einiges erwartet und wurde auch nicht enttäuscht. Wan ist ein so talentierter Geisterbahn-Zampano, dass es mir mehrfach während des Films eiskalt den Rücken runterlief, obwohl Wan nie einen Hehl daraus macht, wie er arbeitet und keinesfalls das Rad neu erfindet. Man weiß, dass er einen packen will, man bereitet sich vor – und trotzdem erwischt er einen. Trotzdem ist „The Conjuring 2“ kein Meisterwerk, die Kombination aus Überlänge und der Fehleinschätzung, dass man Spannungssteigerung vor allem mit gesteigerter Lautstärke und Destruktionsbohei verwechselt, verhindert die Aufnahme in höhere Instant-Klassiker Sphären. Gruselfans kommen aber auf ihre Kosten.

Zwei Filme mit Tom Cruise muss ich 1-2 Mal im Jahr sehen. Jedes Jahr. Neben „Eine Frage der Ehre / A Few Good Men“ ist das auch „Collateral“, der jetzt mal wieder dran war. In diesen L.A. Thriller, in welchem Tom Cruise einen Killer spielt und Jamie Foxx einen Taxifahrer, hatte ich mich von Anfang an verliebt. Die Atmosphäre von L.A. bei Nacht, die Bilder, die Neigung von Michael Mann, coole Menschen bei coolen Tätigkeiten zu schildern – hier fällt insbesondere ein Latino-Cop auf, gespielt vom späteren Hulk Mark Ruffalo. Der Film hat mehrere Momente, die sich besonders tief in mein Gedächtnis eingegraben haben: Der Flirt am Anfang zwischen Jamie Foxx und Jana Pinkett Smith, bei welchem man gar nicht anders kann als sich in Will Smiths Frau zu verlieben  (sorry, Will!), so charmant agiert sie da. Eine wunderbar befriedigende Charlie Bronson-Szene, in welcher Tom Cruise zwei Creeps exekutiert. Die Begegnung mit Wölfen mitten in der Stadt. Und eine atemberaubend furios inszenierte Schießerei in einem Nachtclub. Und immer wieder Momentaufnahmen von L.A. bei Nacht, und diese Musik…

Zu den Serien.

Auf dem Laufenden bin ich im Moment bei „Westworld“, drei Folgen habe ich auf Sky Ticket gesehen. Mehr aus Neugierde, denn aus totaler Begeisterung. Ich bin nicht die Serien-Kernzielgruppe, wenn das mit „Westworld“ so weiter geht, was Serien-Fans so toll finden, dass man ständig weiter hingehalten wird, worum es eigentlich geht und offensichtliche Breittret-Tendenzen immer mehr in den Vordergrund drängen, dann weiß ich noch nicht, ob ich da dran.

Die als achtteilige Mini-Serie umgesetzte Adaption von Stephen Kings „11.22.63“  (britische Blu-Ray) hat mir als großen Fan des Romans einigermaßen gut gefallen. Klar, das geringe Budget und das mühsame Einhegen des ausufernden Romans merkt man schon, im Prinzip wurde die Essenz des Stoffes aber gut eingefangen.

Sehr begeistert bin ich im Moment von „Bosch“ (Eigenkreation von Amazon, auf Amazon Prime), der Adaption von Michael Connellys Krimi-Buchserie, die es schon auf fast zwanzig Romane gebracht hat. Hauptdarsteller und Atmsophäre sind toll, obwohl es sich streng genommen ja nur um eine weitere Ermittle-Serie handelt. Allerdings eine sehr hochwertig und gekonnt produzierte. Hier könnte selbst ich zu etwas verführt werden, was ich das letzte Mal vor 20-25 Jahren gemacht habe: Zum wegbingen. Was das damals war? Twin Peaks natürlich.  Werde jetzt auch mal mit einem Connelly-Roman anfangen. Die Serie setzt bei der Adaption von Buch 3 ein, also perfekt, mal mit Buch 1 „The Black Echo“ anzufangen..

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