Geänderte Lesegewohnheiten, oder wie man auf zig Hochzeiten..

Im letzten Vierteljahr habe ich meine Lesegewohnheiten ziemlich radikal umgestellt. Statt 2-3 Bücher parallel zu lesen, lese ich jetzt, ach, die Menge würde meine Blog-Leser nur verunsichern.

Warum?

Weil ich damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlage, mehrere Probleme für mich löse:
Mich wurmt es, viele Bücher vor der Brust zu haben, die ich wegen verstopfter Zeit-Pipeline nicht anfangen kann. Jetzt kann ich das.

Da mit zunehmendem Alter Toleranz und Geduld abnehmen, ist es sehr von Vorteil, Bücher in 10-20 Seiten-Häppchen zu lesen. Kommt Ungeduld, Unwillen oder gar Ärger auch nur entfernt auf, zack, ist das Lesepensum in diesem Buch für den Tag schon erfüllt.

Diese Art zu lesen bietet sich für mich an, da ich zu den Menschen gehöre, denen es völlig egal ist, wann sie mit einem Buch durch sind. Ich werde so und so viele Bücher in der Zeit schaffen, die Gott mir auf der Erde vergönnt; die, die ich nicht schaffe, dann eben nicht. Ich habe überhaupt nichts davon, mir Zahlen anzusehen, wie viele Bücher ich gelesen habe, das gibt mir gar nichts. Mir macht es sehr viel Spaß, Bücher zu lesen, nicht beendete Bücher in eine Statistik einzutragen.

Deshalb verstehe ich auch einfach Menschen nicht, die sagen (und davon gibt es viele), dass sie keine langen Bücher lesen, weil sie dafür keine Zeit haben. Ja, wer um Himmels willen sagt denn, dass man lange Bücher in der gleichen Zeit beenden muss wie kurze Bücher? Ob ich nun ein langes oder 3-5 kurze Bücher lese, das ist doch völlig egal. Und wenn ich wenig Zeit habe, brauche ich für lange Bücher halt – lange. Wo ist das Problem? Im Gegenteil, bei wirklich schönen Lektüreerlebnissen, das muss von mir aus nie enden.
Um da nicht den Überblick zu verlieren, erfordert das nicht nur Disziplin und Fanatismus, sondern auch ein wenig das Erstellen und Durchführen von komplexen „Leseplänen“, und da genau sowas mir Spaß macht, ja, wundervoll, let’s do it.

So habe ich jetzt vor dem Frühstück, in der Mittagspause und abends feste Dates mit mehreren Büchern. Und wenn, wie häufig, tagsüber Termine und abends meine Müdigkeit in die Quere kommt? Kein Problem, morgen ist auch noch ein Tag, und ich habe ja keine Deadline. Ganz wichtig bei dem Konzept: Sich selbst ein nachholen nicht „geschaffter“ Seiten verbieten, dann dürfte einen das schnell strangulieren..

Vielleicht bricht das Konzept irgendwann über mir zusammen (vor allem, wenn ich mal ohne es zu wollen (kommt ja immer was dazwischen im Leben, Gutes oder Schlechtes) viele Tage nicht zum lesen komme), und ich kehre zur alten Leseweise zurück, aber bis dahin..fange ich auch mal eine neue Kolumne namens Lesesplitter an.

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