Gesehen: Hatari!

Howard Hawks, USA 1962, 151 Min (DVD-PAL), Format: 1,78:1 Widescreen, Paramount (D)
John Wayne, Elsa Martinelli u.a.

Der größte Regisseur aller Zeiten – der nie ein “household name” wurde. So wird Howard Hawks mitunter betitelt. Wenn man da an seine anderen Filme mit John Wayne denkt wie „Red River“, „Rio Bravo“, „El Dorado“, kann man nur sagen: Besser geht Western nicht, besser geht Film nicht, besser geht Kino nicht. An der Titulierung von Hawks könnte etwas dran sein. Das Zitat berührt mich auch persönlich, weil ich von Hawks neben seinen Arbeite mit John Wayne noch sehr und sträflich wenig gesehen habe sonst. Keine seiner Komödien, keines seiner anderen Dramen. Nur seinen legendären SF-Film „Das Ding aus einer anderen Welt“ kenne ich noch.
Hatari! handelt von einer verschworenen Gruppe westlicher Großwildjäger, die im Osten Afrikas wilde Tiere jagen und für Zoos einfangen. Die Gruppe wird angeführt vom Duke, ferner sind als kernige Jäger Hardy Krüger und Red Buttons zu sehen, sowie als Reporterin und Love Interest die charmante Elsa Martinelli und als Tochter des Stationsbesitzers die bezaubernde Michèle Girardon (spätere Waldröschen-Karl May-Darstellerin, nahm sich wegen einer unglücklichen Liebe leider sehr früh das Leben), der man gerne mehr Screentime oder die Hauptrolle gegönnt hätte.
Ein verblüffendes Paradoxon: Der Film altert hervorragend, obwohl Jagdszenen auf Tiere, auch wenn diese nicht getötet, sondern gefangen werden, heute nur noch schwerlich als reines Vergnügen goutiert werden können und die vermeintlich strahlenden Helden so manchmal fast etwas Abscheu hervorrufen, wenn sie den Tieren beim Fangen offensichtlich Qualen zufügen. Zugedeckt wird von diesem Paradoxon vieles davon aber von dem Faszinosum, dass offensichtlich die Hauptdarsteller selbst jagen (schon die FX-Technik war 1962 noch nicht so weit um das alles zu faken) und die Szenen atemberaubend und aufregend inszeniert sind. Neben seiner Action-Virtuosität verstand es Hawks auch wie ein kein Zweiter, eine Kameradschaft in einer Gruppe zu erzählen, weshalb der Film auch heute noch hervorragend unterhält und die gut zweieinhalb Stunden wie im Fluge vergehen. Die grandiose Inszenierung, die dichte Atmosphäre, der tonnenweise Charme, alles andere machen aber nur 20% der Qualität von „Hatari!“ aus. Den Rest von 80% bestreitet der Duke mal eben alleine. Wenn John Wayne sich mit einer ganzen Horde Elefanten anlegt und diese mit nur mit seinem entschlossenen Gesicht vertreibt (gut, auch mit 2-3 Flintenschüssen in die Luft), wenn man in sein entschlossenes Gesicht in diesem Film-Moment von „Hatari!“ blickt, weiß man, warum er der vielleicht größte Star des 20. Jahrhunderts war. Ach Jahrhundert, der größte Star des Universums. So. Kommen wir zum Ende. Grandioser Film, dringende Empfehlung.

Punkte 9/10

Und Handlungsempfehlung an mich: Demnächst und dringend so viele Hawks-Filme wie möglich nachholen. „Leider“ gibt es da so um die 40 von..

https://www.amazon.de/Hatari-John-Wayne/dp/B0000E6EJE

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