Ich lese im Moment

Ich erzähle gerne mal, was ich so lese.

Gestaunt habe ich in einer Biographie über einen zwölfjährigen Jungen, der im London der 1880er von seinem Arbeitgeber um seinen Lohn betrogen wurde, vors Arbeitsgericht zog, sich selbst vertrat (mit 12 Jahren!!) und gegen die Fabrik gewann! Holla. Das nenne ich Zielstrebigkeit. Aus dem Jungen wurde später auch was.
http://www.thehistorypress.co.uk/publication/Stranger-than-Fiction/9780752498829/

Das schöne an SF Kurzgeschichten ist die Möglichkeit zur abgedrehten Spielweise: Mann wacht nach 800 Jahren aus dem Kälteschlaf auf einer Station auf, soll dringend den Genpool diversifizieren und könnte mit jeder Frau auf der Station schlafen. Problem nur: Der Mann ist schwul, ekelt sich vor Sex mit Frauen und gehört einer längst vergangenen christlichen Sekte an, die die Bibel so las, dass Gott nur gleichgeschlechtlichen Verkehr gestattete (eine vor 800 Jahren von der Regierung gestreute Leseart zur Bevölkerungskontrolle..). Ein paar dieser Christen leben noch auf der Station, deren Wortführer muss natürlich ‚Oliver‘ heißen.. Auf so eine Prämisse muss man erstmal kommen. Habe ich gespannt gelesen, gut erzählt. Vom IGMS-Herausgeber Schubert selbst.
http://www.intergalacticmedicineshow.com/cgi-bin/mag.cgi?do=issue&vol=i48&article=_005

Dann lese ich immer noch mit Begeisterung eine unheimlich dicke Schwarte (1.100 große Seiten), an welcher ich schon einen guten Monat dran bin und wahrscheinlich noch einen Monat brauchen werde. Für mich literarisch das höchste der Gefühle überhaupt: Einer der Romane, die nicht aufhören und auch gar nicht aufhören sollen, da kann ich mich, bzw. man sich rettungslos drin verlieren. Ich freue mich jeden Tag wie ein Schneekönig auf den Moment, in welchem ich das Buch jeweils zur Hand nehmen darf. Um es nach der Lektüre dann natürlich in den nächsten Monaten mit gut einem Dutzend Verfilmungen zu vergleichen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Graf_von_Monte_Christo

Nach dem gefühlt 413. Relaunch aller Marvel-Serien letzten Herbst bekommt seit letzter Woche nun auch Mike Morales, der ‚farbige Spider-Man‘ seine eigene neue Serie, die nur „Spider-Man“ heißt, während die Serie mit Peter Parker „Amazing Spider-Man“ heißt und bereits wieder bei Band # 7 ist (ja, und gefühlt weitere sechs Spidey-Universums-Gschichten gibt es auch noch). Kontinuität? Wird einfach parallel erzählt. Hat damit jemand ein Problem? Ich nicht.
Die Morales-Serie ist toll gezeichnet (wunderbar detailverliebt), schön erzählt und geschickt positioniert: Während Peter Parker im Moment auf globalen Franchise-Unternehmer macht (fast wie ein Tony Stark), wird die ebenfalls zu Spidey gehörende Teenie-in-Nöten-Thematik nun bei Mike Morales verhandelt. Der Auftaktband hat mir viel Freude gemacht.
http://marvel.com/comics/issue/55693/spider-man_2016_1

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