Rezension von ‚Vaterjahre‘ von Michael Kleeberg

VaterjahreVaterjahre by Michael Kleeberg
My rating: 4 of 5 stars

Nicht so gut wie der Vorgänger „Karlmann“, für fast die Höchstwertung reicht es aber immer noch knapp. Unser Held, der Hamburger Kaufmannssohn Charly Renn, ist inzwischen in den gesetzten Jahren angekommen (Erzählzeitraum: ca. 1990-11.9.2001, an welchem Hochhaustürme einstürzen und der Hund der Familie eingeschläfert werden muss), so dass der Roman aus der Hanseatischen Mittel- bis Oberschicht sicher nicht für linke Rezensenten/Leser mit antibourgeoisen Ressentiments geeignet ist.
Oberflächlich geht es häufig unspektakulär zu und Kleebergs Modus Operandi ist nun auch vertraut, was aber erneut die Höchstwertung auslöst sind die mitunter frappierend brillanten Beobachtungen und Betrachtungen, kombiniert mit der Ehrfurcht gebietenden Sprachmacht des Autors. Das ist jeweils oberste Königsklasse. Abzüge in der B-Note setzt es für einige allzu manisch-akribische Erzählstränge, die in Redundanzen ausarten und ein Gespür dafür vermissen lassen, wann der Leser das Interesse an manchen Backstorys verliert. Trotzdem: Habe die Lektüre wieder sehr genossen und würde einen dritten Band begrüßen.

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