Monat: August 2014

Filmkurzeindrücke

Erster Teil: Aktuelle Filme:

Berberian Sound Studio: Hübsche und liebevolle Hommage an den italienischen Giallo-Film. Ein geduldiger Film, im positiven wie negativen Sinne. 7/10.

Captain America 2: Sehr gelungene Fortsetzung, die die Figuren sehr gekonnt in Szene setzt und mit einer brauchbaren Story und einigen famosen Action-Szenen aufwartet (wozu man den Schild alles nutzen kann!). Nur einige Konzessionen wie der sterile CGI-Gigantismus und der obligatorische Endboss-Fight hätten nicht sein müssen. 8-9/10 Punkte.

The Raid 2: Statt intensive Konzentration auf beengtem Raum nunmehr ein episches Gangster-Epos. Der Film verbraucht etwas arg viel Zeit für seine 08/15-Mafia Geschichte, entschädigt in der zweiten Hälfte dafür aber durch einige exzellent choreographierte Fights. Insbesondere eine Autoverfolgungsjagd geriet atemberaubend, und auch das Finale entlässt einen zufrieden. Der erste Teil war allerdings gelungener. 8/10 Punkte

Zweiter Teil: Wiederbegegnungen:

Metropolis 2000 (Castellari, Italien 1983):
Hatte ganz verdrängt, oder nie gewusst, wie spaßig diese italienischen Mad Max-Rip Ofs sind: Durchgeknalltes KFZ-Design, irre, drogeninduzierte Plastik-Soundeffekte, der Charme italienischer Steinbrüche statt Sets, sowie lustige Gore-Einlagen sorgen für enormes Unterhaltungspotential. Da hat man mit den Frisuren und den großartigen Kostümen noch gar nicht angefangen. 7/10 Punkte.

Nackt und zerfleischt / Cannibal Holocaust (Deodato, Italien 1980):
Ui, der altert sehr gut. Kraftvoll-verstörende, im besten Sinne irritierende Mischung aus Gesellschaftskritik und Exploitation, Elemente, die sich beide ständig im Wege stehen. Erstaunlich routiniert inszeniert und trotz aller grellen Scheußlichkeiten tatsächlich Ernst zu nehmender Genre-Beitrag und wirklich nur was für starke Mägen, hier werden keine Gefangenen gemacht. Aber: Auch als Uncut-Fetischist nehme ich beim nächsten Mal wohl Deodatos gerade in England neu erschienene Version, die die echten Tiersnuff-Szenen größtenteils streicht – die brauche ich auch nicht nochmal. Davon abgesehen: Zurecht ein Klassiker. 8/10 Punkte.

Die City-Cobra (Cosmatos, USA 1986):
Selbst als unfreiwillige Genre-Parodie nur noch schwer verdaulicher Stallone-Klopper aus der Cannon-Schmiede. Der abgeschmackte Zynismus (trotz diverser offensichtlicher Kürzungen ein düsterer Film), Slys dämliche Sonnebrille, der ständig eingesetzte Ohrenkrebs-80er-Rock-Soundtrack (Ist. Das. Schlimm!! Ganz schlimm!) und die viel zu dick aufgetragenen Genre-Schmeatismen nebst schlampigen Action-Szenen machen selbst unter filmihistorischen Gesichtspunkten die Sichtung schwierig. Da verbleibt auf der Habensseite nur die hier mal sehr hübsche Brigitte Nielsen und die erfrischend-grobe Selbstjustiz-Attitüde der Reagan-Ära. Verweichlichte Journalisten und Polizei-Kollegen bekommen da schon mal die Faust von Sly ab. No hard feelings! 3/10 Punkte.