Gesehen: Nobody Knows

(OT: 誰も知らない / Dare mo Shiranai)
Filmdrama von Hirokazu Kore-Eda, Japan 2004, 141 Minuten (DVD/NTSC), Format. 1,66:1

Mutter lässt für einen Mann ihre vier Kinder im Alter von 5-12 Jahren völlig alleine in ihrer Wohnung zurück; bei knappem Geld müssen die Kleinen jetzt völlig alleine zurecht kommen. Fiktionalisierte, abgemilderte Nacherzählung eines waren Falls aus dem Jahr 1988 aus Sugamo (Toshima-Bezirk, Tokio) von Hirokazu Kore-Eda, der neben der Regie auch für das Buch, die Montage und die Produktion verantwortlich zeichnete.
Die eigentlich monströse Geschichte wird in einem sehr ruhigen Erzählfluss dargeboten, kommt fast ohne Moralisieren und völlig ohne Emotionalisieren aus und setzt eher auf Andeutungen. Ein Film, der still zu schreien vermag. Gelegentlich wird die Geduld etwas strapaziert in diesem fast zweieinhalbstündigen Werk, dafür wird man aber entlohnt durch die detailverliebte Inszenierung, kadriert im etwas engerem europäischen Breitwandformat (1,66:1), die fesselnde Darstellung des damals erst vierzehnjährigen Yuja Yagira und ein Finale von enormer (stiller) Kraft, das man in seiner Wirkung so schnell nicht vergessen kann.
Keine spekulative Anklage, sondern ein großes humnaistisches Werk.

Punkte: 8/10

Der deutsche Trailer:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s