Monat: März 2014

Film, Buch & Musik – Streifzüge und Empfehlungen

Was kam mir in letzter Zeit bei meinem Streifzügen so in die Finger, was kann man empfehlen?


Film
Ich finde Schreiberlinge furchtbar, die sich mit der Formel Hollywood=doof, asiatischer Film=immer toll wichtig machen wollen. Davon gib es gar nicht wenige. Deshalb große Entschuldigung, dass sich dieser Abschnitt leider ähnlich liest. Zwei Phantastik-Klopper aus Hollywood habe ich die letzten Wochen gesehen, zum einen die immens erfolgreiche Fortsetzung „The Hunger Games: Catching Fire“. Dass dieser zweite Teil deutlich besser sein soll als der erste, kann ich nicht nachvollziehen. Durchaus slick und unterhaltsam, aber auch für einen Teenie-Film erstaunlich geschwätzig, verblüffend unspektakulär, ideenarm und schematisch. Abnutzungserscheinungen zeigen sich, wird doch im wesentlichen die gleiche Geschichte noch einmal erzählt. Man kommt aber nicht daran vorbei, dass Jennifer Lawrence beim Bogen schießen nach wie vor ein fulminanter, ja fast erotisierender Anblick ist. Betrübt war ich von der Verfilmung von Orson Scott Cards „Ender’s Game“; eine sterile und langatmige Fehlzündung.

Im Moment schließe ich eine Bildungslücke und hole die Filme von Kim Jee-woon nach, der letztes Jahr in Hollywood mit dem Arnold-Reißer „The Last Stand“ debütierte, nachdem er in Korea für einige Hits und Kultfilme verantwortlich war. Diese hole ich jetzt nach.  “A Tale of Two Sisters” (2003) ist ein ausgezeichnet inszenierter, wirkungsvoller Gruselfilm mit hübsch komplizierter Handlung. Nach der Schlusswendung habe ich mich länger im Spiegel angesehen: Werde ich alt und soft? Ich hatte mit dieser Schlusswendung sehr zu kämpfen, die in ihrer Misanthropie ein ordentlicher Schlag in die Magengrube ist, auch wenn kaum zu leugnen ist, dass sie da brillant hinpasst. Der actionreiche Mafia-Film und Kassenerfolg „A Bittersweet Life“ von 2005 hat mir ebenfalls sehr gefallen, eine ausgesprochen gelungene Mischung aus immer wieder aufblitzendem trockenen Humor und ausgezeichnet inszenierten, blutigen Action-Szenen. Auf die weiteren beiden Kim Jee-woon Filme „The Good, The Bad & The Weird“ (2008) und „I Saw the Devil“ (2010) bin ich schon sehr gespannt.

Während er in Hollywood leider immer mehr zum Spott-Objekt gerät, reüssiert Keanu Reeves in China mit seinem Regie-Debüt, dem Wuxia-Film „Man of Tai Chi“, Choreographie. Matrix-Veteran Yuen Woo-Ping. Zugegeben, das Drehbuch ist etwas arg unambitioniert und manches etwas zu routiniert geraten, wenn man aber in den Kampfszenen etwas genauer hinsieht, kann man nur höchste Anerkennung zollen, wie perfekt Choreographie und Handkamera in vielen Momenten abgestimmt wurden und eine wirkungsvolle Einheit ergeben. Also: Die durchschnittliche Oberfläche ignorieren und einige famos inszenierte Kampfszenen genießen. Dann klappt es mit Keanu.  Sonderlich gut lief der Film leider nicht, und da Keanu Reeves auch noch die Hauptrolle in den katastrophalen Kapital-Flop „47 Ronin“ übernommen hatte, befindet sich seine Karriere im Moment leider in unstetem Fahrwasser. Leider? Ja, leider, ich werde Neo wohl immer die Treue halten.

Einen sehr schönen Bollywood-Film habe ich gesehen. Schon auf dem Papier klang es gut, dass der Meister des überwältigend prächtig ausgestatteten Epos, Sanjay Leela Bhansali, sich Shakespeares „Romeo und Julia“ annehmen würde. Das Resultat „Goliyon Ki Rasleela Ram-Leela“ ist dann auch ein toller Farben-, Musik- und Ausstattungsrausch geworden. Die Vorlage ist noch irgendwie erkennbar – und berührt auch in diesem Film. Die Hauptrollen spielen übrigens der noch nicht so bekannte Ranveer Singh und Bollywood-Superstar Deepika Padukone. Was lernen wir daraus? Shakespeare funktioniert nicht nur im klinonischen Original, sondern auch, wenn man die Geschichte in einen Hindi-Film in ein Dorf in Gujarat verlegt. Den Film werde ich wohl noch einmal auf DVD kaufen: Neben der normalen Kinofassung (153 Min) existiert auch eine gut dreistündige Langfassung.

Buch
Manchmal ist einfach das Fleisch willig und der Geist schwach: Eigentlich hatte ich mich von Supermarkt-Bestsellerlieferant James Patterson erfolgreich verabschiedet. Seine Bücher lesen sich fast immer gut weg, bieten aber irgendwie auch immer von allem zu wenig: Nicht nur Sex und Gewalt kommen nur in homöopathischen Dosen vor, sondern auch Plausibilität, guter Schreibstil oder eine intelligente Handlung. Ich hatte mir wirklich vorgenommen, wenn ich mal wieder zu Krimis greife, was gelegentlich passiert, nach Besserem zu streben. Dann aber nahm ich mir den letzten Michael Bennett-Roman „Gone“ von Patterson vor, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Story vom übermächtigen, geflohenen Drogenboss ausgeht, der die Familie des Helden mit dem Tode bedroht. Eine Familie, darauf kann nur ein Patterson bekommen, die aus unserem Helden, ein New Yorker Polizist, besteht und 10(!!) adoptierten Kindern nebst Nanny, die auf den Helden steht. Nanny? Die Frau des Helden starb nämlich an einer schweren Krankheit. Nun, wie dem auch sei, ich las so ganz angeregt diesen durchaus spannenden Krimi, und als ich nach ein paar Wochen mal wieder darüber nachdachte, was ich im Moment so lese, hatte ich schon wieder den 4.-Patterson-Krimi hintereinander am Start. Ich brauche wirklich mehr Disziplin. Die dabei gelesenen beiden aktuellen Women’s Murder Club-Romane „12th of Never“ und „Unlucky 13“ habe ich sogar ganz gerne gelesen, das schematische Konzept macht einfach Spaß: Ein weiblicher Cop, eine Staatsanwältin, eine Gerichtsmedizinerin und eine Kriminalreporterin erwischen immer wieder sich überschneidende Fälle und helfen sich gegenseitig in Kriminal- und Liebesnöten. Der Reiz der Reihe liegt darin, dass Patterson viele Krimi-Subgenres in dieser Reihe unterbringen kann, vom Police Procedural über den Gerichts-Thriller, und das alles immer gewürzt mit netten Liebesgeschichten.

Kuriert war ich dann erst beim vierten Buch namens „Private Berlin“, eine inzwischen auch achtteilige Krimi-Reihe um die erfolgreichste Privat-Detektei der Welt, die Romane begannen in L.A. und spielen häufig an wechselnden Schauplätzen (London, Australien, demnächst Indien) weltweit. Klar hatte mich interessiert, was Patterson insbesondere aus dem Schauplatz Berlin macht, der Roman wartet aber mit etwas auf, wogegen ich inzwischen hochallergisch bin, weil Mr. Patterson diese Figur zu Tode geritten hat: Den omnipotenten, feixenden Serienkiller als fernes Echo von Hannibal Lector; auch nach einem Vierteljahrhundert ist Patterson über diese Figuren immer noch nicht hinweg. Die. Ich. Einfach. Nicht. Mehr. Lesen. Kann. Ich kann und will nicht mehr.
Nach der Enttäuschung bin ich vielleicht nun endgültig Patterson-kuriert. Wobei. Auf den nächsten „Women’s Murder Club“ nächstes Jahr habe ich jetzt schon wieder Lust. Ich verspreche also lieber nichts..

Nun aber starte ich, wie schon mal angekündigt, einen kleinen Leseschwerpunkt zum Thema, sagen wir mal „Seltsame und unheimliche (See-)Reisen“. Begonnen habe ich heute Morgen schon mit Edgar Allan Poes „The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nuntucket“. Das gibt es ja nur zu sehr wenigen Romanen, umso toller war es, das ich beim Start der Lektüre das entsprechende Konzept-Album auf den Ohren hatte, eine musikalische Vertonung des Stoffes: Das Album „The Giant“ aus dem Jahr 2012 der deutsche Funeral-Doom Band Ahab, die mich u.a. zu diesem Schwerpunkt inspiriert haben. Hinter Ahab stehen die Musiker, die als Midnattsol zusammen mit der Norwegerin Carmen Elise Espenæs auch eine gar nicht schlechte deutsch-norwegische Symphonic Metal-Band bilden. Die Musik von Ahab half mir heute Morgen auch darüber hinweg, mich von James Pattersons Milchzahn-Prosa auf Edgar Allan Poes schon nicht ganz unsperrigen Schwarzbrot-Stil umzugewöhnen.

Vermutlich werde ich nach Poes „Pym“ eine direkte Fortsetzung eines Poe-Bewunderers lesen, „The Sphinx of the Ice Realm“ – eine aktuelle, erstmals vollständige englische Übersetzung von „Le Sphinx des glaces (Die Eissphinx)“ von Jules Verne. Ob ich noch ganz richtig im Kopf ticke? Als deutschsprachiger Leser eine englische Übersetzung eines französischen Romans zu lesen? Nun, eine deutsche Übersetzung ähnlicher Qualität ist nicht greifbar, und für mein Schulfranzösisch ist mir der Verne-Roman zu umfangreich. Danach habe ich mir dann Mievilles „Moby Dick“ (nebst Verfilmungen), Lovecrafts „At the Mountains of Madness“ und Dan Simmons‘ „The Terror“ vorgenommen. Hört sich alles sehr vielversprechend an, mal sehen, wohin mich diese Reise führt. Jahrzehntelang hatte ich fast gar keine Lust auf literarische See-Reisen, jetzt plötzlich irgendwie schon. Häufig führt mich so etwas noch zu anderen Büchern, manchmal auch unfreiwillig durch Abbrüche oder auch einfach nur mal einem Satz, der mich auf ein anderes Buch aufmerksam macht. Und schon ist man wieder völlig woanders unterwegs. Meine irgendwie geartete literarische Präferenz für das 19. Jahrhundert scheint immer wieder durch und wird wohl auch bleiben. Macht ja nichts, in meinem Alter muss man sich ja nicht mehr immer nur schämen, wenn man von gestern ist. J

Musik
Ich bin immer noch schwer begeistert davon, dass ich vor allem via iTunes inzwischen in der Lage bin, fast sämtlichen größeren indischen Filmindustrien musikalisch aktuell zu folgen. Ich schaue also in der Regel Anfang/Mitte der Woche nach, was in Bollywood und den vier großen südindischen Filmindustrien (in den Sprachen Tamil, Telugu, Kannada und Malayalam) fürs nächste Woche auf dem Startplan steht (manchmal, aber selten, gibt es auch aktuelle Alben zu Filmen in Bengali, Marathi oder Punjabi), packe mir die entsprechenden Soundtrack-Alben (man findet wirklich sehr viel und ganz aktuell bei iTunes, das haben die Inder offensichtlich für sich entdeckt und nutzen das sehr intensiv) in meine Wunschliste und höre mir in Ruhe die Hörproben durch, ob da etwas für mich dabei ist. Manches findet man auch bei Streaming-Diensten wie Spotify, aber nur wenig. Ja, bei iTunes muss man die Tracks kaufen, das bringt einen aber finanziell nicht um, denn: In der Regel höre ich mir durchaus 5-10 Alben probeweise durch, destilliere mir daraus 5-10 Tracks, die beim ersten Anhören lohnenswert klingen und höre die noch etwas intensiver als Hörproben. Davon kommen dann die guten ins Kröpfchen (Kauf-Button) und die schlechten ins Töpfchen (Delete-Button), so dass ich in der Regel, wenn überhaupt, bei 1-3 neuen Songs die Woche lande. Die finanzielle Investition von 0-3 Euro die Woche ist wirklich verkraftbar und es macht mich sehr glücklich, so ständig mit frischer indischer Filmi-Musik versorgt zu sein. Manche Titel höre ich so häufig, da machen sich die 99 Cent bei iTunes zigfach bezahlt.

Meine Lieblinge der letzten Monate: „Malang“ aus dem Bollywood-All Time Hit Dhoom: 3, „Paattu Onnu“ aus dem tamilischen Frühjahrs Hit Jilla und aktuell das hypnotische „Lori of Death“ aus dem Grusel-Erfolg Rangini MMS 2.

Im Metal war ich die letzten Wochen weniger unterwegs, ich fand auch nichts richtig Großes. Aktuell bin ich sehr angetan von dem Serienmörder-Konzept Album „Mitgift“ von Subway to Sally, die ihren Sound mit dezenten Dubstep-Einlagen modernisiert und gelungen verfeinert haben. Und als Power Metal-Fan bin ich auch sehr zufrieden mit dem gerade erschienenen Gamma Ray-Album „Empire of the Undead“ – insbesondere das neunminütige Eröffnungsepos „Avalon“ ist toll geworden. Wenn Freunde härter Gangart hier entsprechende Empfehlungen aus dem Death- und Black Metal Bereich vermissen: Sorry, ich habe einfach die letzten Wochen nichts gefunden, was mich da standesgemäß weg geblasen hat. Um zumindest etwas zu nennen: Die Death Metal EP „Dehumanization“ von der noch recht neuen Truppe Five Dollar Crackbitch (schöner Band-Name) fand ich ganz hörenswert und im Black Metal konnte ich mit dem neuen Kampfar-Album „Djevelmakt“ einiges anfangen, auch und gerade mit den dortigen Folk Metal-Elementen.

Die letzten Wochen war ich mehr mal wieder im Hip Hop unterwegs und beobachte u.a. fasziniert den Trend das deutscher Hip Hop erstaunlich reüssiert und jeder etwas größere Act realistische Chancen hat, tatsächlich die Nummer 1 der deutschen Album-Charts zu erobern, was inzwischen häufiger passiert. Und das teilweise durchaus zu recht: Die Alben habe ich mir teilweise auch zugelegt und nicht bereut: Bushidos „Sonny Black“ ist herrlich wütend und druckvoll, Farid Bangs letztwöchiger Nummer 1-Hit „Killa“ besitzt hohen Unterhaltungswert durch mal wieder herrliche Punch-Lines, nur Marterias Erfolgsalbum „Zum Glück in die Zukunft 2“ vermochte mir als zu poppig nicht so zuzusagen, auch wenn ich die Single „Kids (2 Finger an den Kopf)“ gerne und viel gehört habe – wie soll es auch anders gehen, wenn er über Wu-Tang Tattoos rappt? Nun warte ich natürlich gespannt auf das neue Kollegah-Album „King“ Anfang Mai, den Typen mag ich irgendwie und gucke sogar inzwischen recht regelmäßig seinen YouTube-Channel (die Sendung Bosshaft Latenight). Sein Humor liegt mir, und ja, man kann tatsächlich bosshafter pumpen, wenn man dabei seine Musik auf den Ohren hat. Die bisherigen Promo-Singles zum neuen Album wie „Alpha“ oder insbesondere das ausgezeichnete „Schwarzer Benz“ klingen vielversprechend. Grandios war sein Interview in der Juice vom letzten Monat. Das habe ich mehrfach(!) vollständig gelesen, sagenhaft unterhaltsam.

US-Hip Hop? Das würde zu viel Text werden, hier muss ich es bei kurzen Empfehlungen belassen. Im Moment stehe ich insbesondere auf Gucci Mane. Der kriegt zwar sein Leben nicht auf die Reihe und muss ständig einsitzen, liefert aber immer wieder tolle Trap- und Southern Hip Hop-Tracks, ich höre mich gerade durch seine sämtlichen Alben (zehn Stück in nicht mal zehn Jahren) und Mixtapes (über 30(!) in der gleichen Zeit). Tipps: Der Titeltrack auf „Trap House 3“. Oder „Pull up on ya“ vom aktuellen Album „The State vs. Radric Davis II: The Caged Bird Sings“. Oder “Cinderella” vom letztjährigen Mixtape “World War 3: Lean”.
Gerne höre ich im Moment auch E-40, de mit Mitte vierzig seinen zweiten Frühling erlebt und in den letzten vier Jahren mehr Alben (12!) veröffentlicht hat, als in den 15-20 Jahren davor (9)! Die meisten davon auch noch sehr hörenswert mit mindestens 1-3 tollen Tracks pro Album.
Das zurecht viel gelobte „Oxomyron“ von Schoolboy Q gefällt mir auch sehr, der Track „Los awesome“ ist jenes auch.
Und, ohne viele Worte noch folgende Tipps, einfach ausprobieren: Das Debüt-Album von A$AP Rocky aus dem letzten Jahr „Long.Live.A$AP“ (Anspiel-Tipp: „Hell“ mit Santigold und „Wild for the Night“ mit Skrillex), das „Red Album“ von The Game mit grandiosem Tyler, The Creator-Feature im Track „Martians vs. Goblins“ (auch wenn er Tyler Perry disst) und wunderbarem Kernkraft 400-Sample in „Red Nation“. Dann „Pluto“ oder „Pluto 3D“ von Gucci Manes Nachbarn Future („Same Damn Time“ ist ein netter Track auf dem Pluto-Album), sowie das „Cilvia Demo“ von Isiah Rashad (Track-Tipp: „Menthol“) und das Mixtape „Free Crack“ von Lil Bibby (Track-Tipp: „Raised Up“). Sollte reichen an Tipps, oder?

Sorry für mangelnde Direkt-Verlinkungen, aber dann würde der Artikel nie fertig werden.

Schließlich: Im Bereich Electronica war ich die letzten Wochen weniger unterwegs, das ändert sich aber gerade: Klaus Schulze brachte letzte Woche den 15. Teil seiner Compilation-Reihe „La Vie Electronique“ heraus, Tangerine Dream veröffentlichen gerade diese Woche zwei neue Alben („Chandra Pt. II“ und ein weiteres GTA V-Album, diesmal konzentriert nur auf die TD-Musik) und am Freitag kommt das neue Album des franzöischen Berliner Schule-Künstlers Bertrand Loreau namens „Spiral Lights“ heraus. Ich schätze Loreaus Werk inzwischen und freue mich darauf.

 

Und damit soll es das für heute auch gewesen sein. Kommentare hier oder in den sozialen Netzwerken, in welchen ich auf diesen Artikel verlinke, sind wie immer sehr willkommen. Ich hoffe, der nächste solche Artikel lässt nicht zu lange auf sich warten. Zum Ausgleich ist dieser hier aber doch recht lang geworden, oder? Länger, als ich geplant hatte. Wie immer.

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Zugegeben

so richtig nach vorne los geht das hier noch nicht.

Die Idee, kurze Texte zu schreiben für eine höhere Posting-Frequenz hat wohl nicht funktioniert um mich zum regelmäßigen Bloggen zurück zu bringen.

Was ich aber versuchen werde, ist meine schon bekannten Sammel-Artikel wiederzubeleben. Welche Frequenz? Weiß ich noch nicht. Einmal im Monat? Öfter. Muss sich einspielen.

 

 

Gesehen: Nobody Knows

(OT: 誰も知らない / Dare mo Shiranai)
Filmdrama von Hirokazu Kore-Eda, Japan 2004, 141 Minuten (DVD/NTSC), Format. 1,66:1

Mutter lässt für einen Mann ihre vier Kinder im Alter von 5-12 Jahren völlig alleine in ihrer Wohnung zurück; bei knappem Geld müssen die Kleinen jetzt völlig alleine zurecht kommen. Fiktionalisierte, abgemilderte Nacherzählung eines waren Falls aus dem Jahr 1988 aus Sugamo (Toshima-Bezirk, Tokio) von Hirokazu Kore-Eda, der neben der Regie auch für das Buch, die Montage und die Produktion verantwortlich zeichnete.
Die eigentlich monströse Geschichte wird in einem sehr ruhigen Erzählfluss dargeboten, kommt fast ohne Moralisieren und völlig ohne Emotionalisieren aus und setzt eher auf Andeutungen. Ein Film, der still zu schreien vermag. Gelegentlich wird die Geduld etwas strapaziert in diesem fast zweieinhalbstündigen Werk, dafür wird man aber entlohnt durch die detailverliebte Inszenierung, kadriert im etwas engerem europäischen Breitwandformat (1,66:1), die fesselnde Darstellung des damals erst vierzehnjährigen Yuja Yagira und ein Finale von enormer (stiller) Kraft, das man in seiner Wirkung so schnell nicht vergessen kann.
Keine spekulative Anklage, sondern ein großes humnaistisches Werk.

Punkte: 8/10

Der deutsche Trailer:

Gehört: Man on the Rocks / Mike Oldfield

Pop/AC, 11 Tracks, 2014

Nach dem letztjährigen Experiment mit Technoversionen seines Instrumental-Klassikers („Tubular Beats“) kehrt Mike Oldfield jetzt zu seinem zweiten großen Standbein, vor allem in den 80ern zurück: Dem Radiopop. Das ist nicht immer ganz schmerzfrei, vor allem sind einige Texteinfälle und Reime ziemlich schwach, Tracks wie „Sailing“ und „Chariots“ aber zumindest ganz nett.

Punkte: 5/10

Hier auf Spotify: Mike Oldfield – Man On The Rocks (Deluxe Edition)

Hier auf Amazon MP3: http://www.amazon.de/Man-Rocks-Mike-Oldfield/dp/B00IJ4XQJ6/oliblog-21

Gesehen: The Attacks on 26/11

Politthriller von Ram Gopal Varma, Indien 2013, 113 Minuen (DVD)

Dokudrama des Thriller-Altmeisters über den Angriff auf Mumbai durch zehn pakistanische Terroristen im Jahr 2008. Selbst wenn man sämtliche politischen und ethischen Implikationen außen vor lässt, darf man schon die Frage stellen, ob man eine Aufbereitung dieses Anschlages als albtraumhafte Splatter-Schwarte braucht, die in ihrer Brutalität (Szenen des blutigen Ummähens Unschuldiger, auch Mütter mit Kindern, wollen nicht enden) zwar aufwühlt, aber zu nichts führt.
Punkte: 6/10

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